Tag 084, Listwjanka, Russland

War pünktlich um halb 7 am Treffpunkt, ab ging es Richtung Irkutsk. Genau eine Stunde später stand ich vor dem Bahnhof, halbe Stunde Zeit bis Abfahrt. Reicht! Mein Tagesplan sah so aus: Mit einem Zug nach Sljudjanka zu fahren, um dann mit einer Dampflok auf der alten Strecke der Trans-Sib. nach Port Balkan zu fahren. Das liegt am anderen Ufer des Angara-Abflusses, also genau gegenüber von Listwjanka.
Das 1., was ich auf dem Bahnsteig sah:

Einen Zug der Transsibirischen Eisenbahn!

. Mit Streckenverlauf draußen dran. Und die Wärmeempfindlichkeit ist auch hier sehr

unterschiedlich!

An der Anzeige konnte ich meinen Zug nicht finden, also zum Schalter. Warten. Endlich dran, konnte die Frau überraschend Englisch. (Mark Benecke hat mal beschrieben, wie er am internationalen Fahrkartenschalter auf einem Bahnhof in Moskau niemanden fand, der Englisch sprach…) Das bedeutet Kompetenz! Schickt mich in Wartehalle 1 (befand mich in Nr.3). Ich hin, bleibe hilflos. Noch 10 Minuten. Schalter. Warten. Noch 8 Minuten. Zeige meine Fahrkarte und will wissen, wo der Zug abfährt. Sie schaut mich an, als wäre ich Donald Trump. Sie fragt Kollegen. Keine Ahnung. Schickt mich aber zur Halle 3 zurück. Noch 3 Minuten. Dort telefoniert ein Mann auf meine Anfrage und sagt dann: Put (Bahnsteig) 1. und weist auf den Tunnel. Da steht dran: PUT 3 – 5. Noch eine Minute. Ich bekomme mit, dass 2 junge Frauen genau das gleiche Problem haben. Einer der Sicherheitsmänner sagt nachdrücklich: Put 5. Der letzte Bahnsteig im Tunnel. Wir rennen los und sehen das:

Da fährt er ab.

Ihnen passierte das Gleiche. Eine ist Russin, einen russische Israelitin. Mit deren Sprachkenntnissen wurde ein Taxi rangeholt und mir der Preis von 3000 Rubelpro Person genannt: Ich: „Wo ist ein Bankomat?“ Vor dem Bahnhof. Ich hin, lange Schlange. Nach einiger Zeit spricht mich ein Russe an, der sich als der Taxifahrer herausstellt. Seine Bewegungen deuten darauf hin, dass wenig Zeit ist. So schnell es geht durch Irkutsk, stop an einem Geldautomaten. Ging da so schnell, dass der Taxifahrerer keine Zeit für ’ne Kippe hat. Und dann die Fahrt meines Lebens. Das Taxi hatte auch noch das Lenkrad rechts, ich saß links vorn. Und dann die Überholmanöver…. Ich stellte mich schlafend. Wir schafften es pünktlich nach Sljudjanka, um noch gerade zu erleben, wie die 2 Dampfloks an den einen Waggon angeschlossen wurden:

Bei der Bahn in Russland wird immer die Moskauer Zeit angezeigt.

5 Stunden bin ich hier weiter.
Die Länge der Streckeist etwas über 100km (?), Bummeltempo, viele Stops. Bilder:

Über die Hälfte der Passagiere kommt aus China:

Dann mit der Fähre rüber nach Listwjanka.
Im Zug traf ich auch 3 Deutsche, alle mit dem Trans-Sib unterwegs und hier einen Zwischenstop machend. 2 fahren nach Wladiwostok, einer (Rainer) nach Schanghai. Cooler Typ.

Ungewöhnlicher Ausstieg.

Heute mal geräucherter Omul.


Abschied