Tag 118, Elista, Russland

Vormittags Dauerregen – lesen. Bin dann, laut google-map, zum einzigen Museum der Stadt gelaufen: Einem großen, modernen Gebäude. Nationales Museum der Kalmückischen Republik. Aber die Ausstellung war… klein. 5 Räume, einer war gesperrt. In einem eine aktuelle Gemäldegalerie. Ein Raum: Tiere der Heimat. Einer über die heldenhafte Rolle der Kalmücken im 2. WK. Nichts von der teilweisen Kollaboration mit den Deutschen (die Kalmücken waren bis zur Zwangskollektivierung Nomaden, hatten also was verständlicherweise gegen die Bolschewiki) und die Bestrafung dafür durch Stalin, der sie nach Sibirien verbannt. Eigentlich wie zu Zaren-Zeiten! Ab 1957 durften sie zurück. Auch davon nichts. Kollektives Ausblenden unbeliebter Dinge.
Eine Konstruktion erregte doch mein Interesse:

Ein Grammophon zwischen 4 Tötungsmaschinen-was soll das bedeuten?

Was ich nicht wusste: die Kalmücken vehandelten 1807 in Memel (Klaipeda) mit Zar Alexander I. (Alexanderplatz). Sie beteiligten sich daraufhin am Krieg gegen Napoleon. Waren auch an der Völkerschlacht bei Leipzig dabei:

Kirche zu Ehren der Kalmücken wegen der Teilnahme am Krieg in Astrachan. Hatte ich nicht gesehen und gewusst.


Fand dann doch noch was: Eine Postkarte, auf der auch was auf Deutsch stand:

Nach deren Vorbild

ist die Jurte nachgebaut worden.

Hat jemand eine Ahnung, was das ist?

Es wird öfter an die kriegerische Vergangenheit erinnert.Stawropol – mein nächstes Ziel.
Und wieder Regen: Stand über 30 Minuten unter einem Dach. Das wiederholte sich .
Das Cafe „Felitschita“ wirbt mit

kalmückischer, europäischer, italienischer unde japanischer Küche.